FAQ

Dringende Fragen von Erstautoren

Haben Sie sich bereits mit der Verlagsbranche beschäftigt? Wenn es für Sie Neuland ist, dann ergeben sich sicher viele Fragen. Auf den folgenden Seiten werden einige davon beantwortet und Erstautoren nehmen noch weitere nützliche Hinweise mit.

Die Lage am Buchmarkt

Bücher schreiben – ein Privileg? Früher schon. Deshalb gab es nur wenige Schriftsteller, jedoch mit gesellschaftlichem Ansehen. Schreiben kostet Zeit, in der die meisten damals zwingend ihren Lebensunterhalt verdienen mussten. Auch das zum Schreiben notwendige Maß an Bildung war bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht selbstverständlich. Ergebnis: Talent konnte mangels finanzieller Mittel sehr häufig nicht gefördert werden.
Auch heute gibt es solche Hürden noch, aber sie wurden durch viele günstige und schnelle Wege zum Buch weitgehend abgebaut.

Spätestens seit der Einführung des PC in den 1990ern kann wirklich jeder problemlos Texte verfassen. Sogar die Rechtschreibung übernimmt die Software (so gut es eben geht). Tippfehler werden auch ganz einfach eliminiert. Diese waren zu Zeiten der Schreibmaschinen ein großes Problem, da musste man wieder von vorn beginnen. Damals gingen 90% der Zeit eines Schriftstellers in den Produktionsprozess des Manuskripts, da blieb wenig Zeit für den eigentlichen kreativen Prozess.

Bei der Produktion der Bücher war das nicht anders. Vom Satz bis zum Druck – alles von Hand. Ein riesiger Aufwand, weshalb es auch nicht viele Verlage gab. Das Buch war ein Luxusgegenstand.

Heute steht ein PC in fast jedem Zuhause, inklusive Textverarbeitungsprogrammen mit Korrekturfunktion, Wort-Vorschlägen und PDF-Konvertierung. Der Drucker steht gleich daneben und Google hilft bei der Wortfindung.

Das Ergebnis: Eine Flut von Büchern. Schätzungen variieren zwischen mehreren hunderttausend bis zu einer Million Manuskripte, die pro Jahr bei Verlagen eingereicht, doch nicht immer angenommen werden. Dennoch: Zusammen mit den Ergebnissen von Selbstverlags-Produktionen werden derzeit jährlich mehr als 70.000 Neuerscheinungen veröffentlicht.

Neulinge tun sich in diesem Haifischbecken nicht leicht, denn sie drohen in der Flut der Publikationen unterzugehen. Zu qualitativ hochwertigem Inhalt und Durchhaltevermögen benötigt der talentierte Autor auch noch ein Quäntchen Glück.

Vorher sollte er den für ihn passenden Weg zum fertigen Buch recherchieren. Er hat die Wahl zwischen einer Reihe von Möglichkeiten.

Welcher Verlag passt zu mir?

Wo sind Ihre Chancen auf Veröffentlichung am höchsten und wer kann Ihrem Buch zum Erfolg verhelfen? 
Im Prinzip können Sie Ihr Manuskript allen Verlagen anbieten, die den deutschsprachigen Buchmarkt bedienen. Die Range geht von Dienstleistern für die notwendigsten Schritte bis hin zu der Handvoll Big Player, die sogar Bestseller-Autoren unter Vertrag haben. Und es gibt die Möglichkeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ein grober Überblick:

Jeder kennt sie. Diese Verlage haben riesige Werbebudgets, veranstalten gut besuchte Lesungen von Bestseller-Autoren und beherrschen die Regale der Buchhandlungen sowie die Startseiten der Online-Shops. Sie beherrschen den Markt und diktieren, was gelesen wird - und was nicht. Hier spricht man nicht über Auflagen von Hunderten oder Tausenden, sondern von Hunderttausenden und mehr. Durch die riesigen Druckauflagen lassen sich niedrige Stückpreise erzielen und dadurch steigt der Absatz noch mehr. 

Das hört sich verlockend an. Leider sind dort die Chancen für Erst-Autoren mehr als gering. Wahrscheinlicher ist, dass so ein Großverlag auf einen etablierten Autor zurückgreifen wird. Der bringt meist seine Fangemeinde bzw. Leser schon mit. Oder er kann, genau wie ein Berufsmusiker, als Profi fast “auf Bestellung” ein Buch schreiben, das beim Publikum gerade gut ankommt. 

Hier sieht es schon besser aus. Zwar arbeiten auch kleinere Verlage nicht anders und müssen finanziell in Vorleistung gehen. Da sie sich den bereits etablierten Autor oft nicht leisten können, haben kleine Verlage häufiger Interesse an neuen Autoren. Deshalb wurden die meisten Werke von später berühmten Schriftsteller anfangs von kleinen Häusern verlegt.

 

Investitionen in unsichere Projekte bedeuten für kleine Verlage gleichzeitig ein hohes Risiko:

Angenommen, der Lektor prognostiziert Ihnen eine (durchaus gute) wirtschaftliche Erfolgschance von 50%. Das bedeutet auch, dass von 100 solcher Neuerscheinungen die Hälfte mit einem finanziellen Verlust für den Verlag enden. Aus diesem Grund hat die Ablehnung eines Manuskripts häufig weniger mit dem Inhalt als mit der fehlenden Bekanntheit des Autors zu tun.

Wenn viele Verlage Ihr Manuskript ablehnen, wieso die Dinge nicht selbst in die Hand nehmen? Der Gedanke liegt nahe. Außerdem bieten sich mittlerweile so viele technische Möglichkeiten und auch Optionen für Vertrieb und Vermarktung, dass es sich eigentlich als optimale Lösung anbietet. 

Ist das so? Wenn Sie alle Regeln beachten und dafür viel Enthusiasmus und noch mehr Zeit mitbringen, dann könnte der Selbstverlag die richtige Lösung für Sie sein. Wie vieles andere hat auch die Variante “Buch im Selbstverlag” sowohl Vorteile als auch Tücken. Hier gehen wir alle Schritte durch, die der Autor-Verleger beachten und im Laufe des Prozesses  abarbeiten muss:

 

Start

Das Manuskript ist fertig, das Lektorat wurde von Freunden oder Familie übernommen oder weggelassen.

Druckereien gibt es genug, sogar im Internet. Selbst eine Einzel-ISBN für wenig Geld kann man schnell beantragen. Klingt, als wären Sie dann schon so gut wie fertig. Fast fertig.

 

Anforderungen von Druckereien

Jede Druckerei geht von einigen Voraussetzungen aus, um die Sie sich im Vorfeld selbst kümmern müssen. 

Sie benötigt druckfertige Dateien als PDF mit eingebetteten Schriften. Berücksichtigen Sie auch den Beschnittrand und den Pixelverlust beim Skalieren, der die Qualität verschlechtert. 

Das gilt auch für das Erstellen der Cover-Dateien, deren Farbsysteme (RGB oder CMYK) ebenfalls mit dem Druck kompatibel sein müssen. 

Selbstverständlich müssen Sie die Bildrechte für Ihr Umschlag-Design besitzen. Der Buchtitel selbst muss auf bereits vorhandene Titel und/oder Markenschutz geprüft werden. Eine Missachtung kann teuer werden.

 

Informationen für den Buchhandel

Die ISBN auf dem Buch reicht nicht aus, damit der Handel es bestellen kann. Dafür muss Ihr Buch erst im VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) gelistet werden, dem einzigen Medium, das alle für eine Bestellung notwendigen Daten enthält. Für die Aufnahme Ihres Verlags ins VLB verlangt der Börsenverein des deutschen Buchhandels eine Pauschale von ca. 50€. 

 

Verlagsgründung

Auch der Selbstverlag ist ein Verlag. Dies ist ein weniger beachteter Aspekt: Sie müssen tatsächlich einen Verlag gründen, um ein Buch verkaufen zu können. Falls nicht vorhanden, müssen Sie dafür ein Gewerbe anmelden - auch für die steuerliche Erfassung. Durch die VLB-Anmeldung erwartet das Finanzamt, dass Sie Gewinne erzielen - oder dies beabsichtigen. Damit sind Sie zur Zahlung von Umsatzsteuer und Gewerbesteuer verpflichtet. Natürlich hängt dies von der Höhe der Einkünfte ab, was sich aber erst nach der ersten Steuererklärung zeigen wird. Am besten, Sie fragen einen Steuerberater, der sich hier auskennt.

Ohne Gewerbeanmeldung erscheint Ihr Betrieb auch nicht im Handelsregister. Das wiederum bedeutet, dass der Verlagsname nicht geschützt ist. Diesen könnte sich danach jeder andere Verlag schützen lassen und Ihnen dann die Verwendung verbieten.

Aus steuerlichen Gründen können Sie auch keinen Händler um “inoffiziellen” Verkauf Ihres Buches bitten. Selbst wenn er wollte - er würde Steuerhinterziehung betreiben.

 

Transparente Kosten und eigene Preisgestaltung - Vor- oder Nachteil?Sie behalten im Selbstverlag tatsächlich den Überblick, denn jeder einzelne Posten wird in Rechnung gestellt. Mehr Posten bzw. Rechnungen als vermutet. 

Für ein wirklich professionelles Ergebnis beauftragen Sie Profis mit dem Erstellen der Druckvorlage, Datenkonvertierung, Umschlaggestaltung etc.  Auch das muss in die Kalkulation einfließen. 

Ganz am Ende des Prozesses wird sich höchstwahrscheinlich herausstellen, dass der kostendeckende Verkaufspreis, zum Beispiel 39,90€, zu hoch ist.

Auch die ideale Höhe der Auflage ist schwer zu prognostizieren. Wer kann schon wissen, wie viele Exemplare sich verkaufen. Ein Autor wünscht sich eine ausreichende Anzahl, möchte im schlechteren Fall aber nicht auf großen Mengen sitzen bleiben und dafür auch noch Lagergebühren bezahlen.

Wie in der freien Wirtschaft müssen Sie als eigener Herr im Laufe des Prozesses viele Entscheidungen treffen. Das lässt natürlich auch viel Raum für Fehlentscheidungen. Manchmal auch teure. 

Dienstleistungsverlage sind klassische Verlage mit einem wichtigen Unterschied: Sie verlangen vom Autor eine Beteiligung am finanziellen Risiko. Dafür übernehmen sie nicht nur den Druck des Buchs und entlasten den Autor von allen anderen zeitaufwändigen und teilweise bürokratischen Aufgaben, sondern Sie begleiten den Verkauf des Buchs bis es im Handel ist - und darüber hinaus.

Gerade bei Fachbüchern und vor allem im wissenschaftlichen Bereich ist diese Art des Verlegens schon lange etabliert.

Auch in der Belletristik sind Autoren-Beteiligungen kein neues Phänomen. Bereits im 18 Jahrhundert finanzierten Schriftsteller ihre ersten Bücher selbst (anfangs übrigens auch Goethe). Heute wird der größte Teil der Neuerscheinungen ganz oder teilweise selbst finanziert. Gründe dafür sind neben dem Überangebot auch die vielen Optionen für preisgünstige Produktion und Vermarktung.

Für Verlage ist das Buch eines unbekannten Autors immer ein Risiko, das sich nur durch seine Beteiligung minimieren lässt. Nur ein kleiner Teil der Neu-Veröffentlichungen schafft es zum Erfolg, der Rest muss mitfinanziert werden.

 

Checkliste bei der Verlags-Auswahl 

Wie in jeder Branche, gibt es auch hier leider schwarze Schafe, die viel versprechen, aber nur wenig halten.

Sollten Sie sich für die Variante Dienstleistungsverlag entscheiden, dann nehmen Sie sich unbedingt Zeit für die Suche nach einem seriösen Haus - und sehen Sie genau hin. 

 

Achten Sie dabei unbedingt auf bestimmte Voraussetzungen:

 

  1. Zahlen Sie auf keinen Fall extra für die Prüfung Ihres Manuskripts. Ist diese Leistung nicht inklusive, hat der Verlag kein ernsthaftes Interesse. Wenn Sie zahlen, haben Sie weniger Geld und trotzdem keine Gewissheit, dass das Manuskript gelesen wurde.

  2. Vorsicht vor schnellen Antworten: Zusagen innerhalb weniger Tage bedeuten, dass niemand Ihr Manuskript gelesen hat. Auch dies ist leider kein Einzelfall.

  3. Vergleichen Sie Preise. Natürlich hängen die Beteiligungssummen stark von Korrekturaufwand und Umfang ab. Doch selbst bei gleichen Randbedingungen können sie gewaltig variieren. Schicken Sie Ihr Manuskript ruhig parallel an unterschiedliche Verlage und lassen sich mehrere Angebote machen. Sollten mehrere Häuser Interesse zeigen, können Sie immer noch entscheiden.

  4. Prüfen Sie, ob die Preiskalkulation nachvollziehbar und transparent ist. Es muss klar erkennbar sein, für welche Leistungen Sie bezahlen.

  5. Natürlich muss der Verlag Ihnen für verkaufte Bücher Tantiemen zahlen und deren Höhe vorab klar kommunizieren. Prüfen Sie auch, dass die einmal gedruckten Exemplare Ihnen gehören.

  6. Manche Verlage bieten vorgefertigte Pakete unterschiedlichen Umfangs, um die große Anzahl der Leistungen rund um ein Buch übersichtlicher – und die Preise transparenter - zu gestalten. Es erleichtert die Auswahl für Laien.

  7. Prüfen Sie sonstige Aktivitäten des Verlags. Ist der Verlag “sichtbar”? Gibt es Werbemaßnahmen, Social-Media-Profile, einen Online-Shop? Je mehr davon vorhanden, je präsenter der Verlag, desto höher sind auch die Verkaufschancen für Ihr eigenes Buch.

Verlagskalkulation: Was ein Buch wirklich kostet

Um ein grundsätzliches Verständnis für den Buchmarkt zu entwickeln, lohnt es sich, zu hinterfragen, wie ein Buch kalkuliert wird und welche Faktoren berücksichtigt werden müssen. 

10% Tantieme für den Autor klingt bescheiden, ist aber tatsächlich relativ hoch. Dazu muss man erst die Kalkulation des Buches kennen.

Der wichtigste Faktor ist der Buchhandelsrabatt, den der Händler bei circa 40% ansetzen muss, um noch Gewinn zu machen. Mit einigen Freiexemplaren beträgt der Rabatt am Ende meist 45%. 

Wenn ein Buch also im Laden 10€ kostet, bleiben dem Verlag noch 5,50€, mit dem er alle Kosten decken muss: Druck, Versand, Verpackung, Prozente für den Autor, seinen eigenen Verdienst – und die Mehrwertsteuer. Dabei sind Taschenbücher auch bereits für weniger als 10€ zu bekommen.

Sollten Sie also mehr als 10% Tantieme anstreben, dann muss der Verkaufspreis höher angesetzt werden. Das ist zum Beispiel bei umfangreichen Büchern und v.a. bei Fachliteratur der Fall.

Rechtliches: Autorenverträge und worauf Sie achten sollten

Rechtliche Details sind viel zu komplex an dieser Stelle. Im Internet finden sich jede Menge Musterverträge, die so gut wie alle Rahmenbedingungen und wichtigen Punkte enthalten. Damit können Sie Ihren Vertrag abgleichen und evtl. fehlende Punkte aufdecken.

Außerdem schadet es nicht, sich mit der Gesetzgebung beim Verlags- und Urheberrecht auseinanderzusetzen. Beim Fachbuchverlag Beck www.beck-shop.de gibt es dazu ein preisgünstiges Buch “Urheber- und Verlagsrecht: UrhR”.

Eine andere Möglichkeit ist natürlich der etwas hochpreisigere Anwaltsbesuch.

Ein wichtiges Thema, vor allem für Autoren, die um ihr Baby fürchten. Sobald Sie die Urheberrechte dem Verlag übertragen, gehört es im Prinzip diesem. Leider geht es aber gar nicht anders, denn: Um ein Buch drucken und vertreiben zu können, muss man die Urheberrechte innehaben. Deshalb muss der Autor dem Verlag – für die Dauer der Vertragslaufzeit - diese Rechte übertragen. Nach Ablauf liegen die Rechte wieder beim Autor.
Die Rechte “aufzuteilen” ist auch nicht sinnvoll, da eine Partei die andere durch ein Veto blockieren könnte. Bei Investitionen in hohe Auflagen wäre z.B. eine Rückrufaktion des Autors ein Fiasko für den Verlag.

Um die Übertragung der Urheberrechte komplett zu umgehen, bleibt Ihnen ausschließlich die Option des Selbstverlags, wie anfangs beschrieben.

Gut zu wissen: Die Gesetzgebung zum Urheberrecht ist extrem autorenfreundlich. Stellt ein Verlag zum Beispiel aus wirtschaftlichen Gründen die Lieferung eines Buches ein, kann der Vertrag sofort gelöst werden und die Rechte gehen zurück zum Autor.

Produktion: Druckverfahren

Abhängig von zeitlichem Vorlauf und Auflage entscheiden sich Verlage für unterschiedliche Drucktechniken

Hier sind die Herstellungskosten am günstigsten, was wiederum dem Verlag eine höhere Gewinnspanne und dem Autor eine angemessene Beteiligung ermöglicht. Allerdings wird das Verfahren erst ab 1000 Exemplaren interessant. Diese müssen erst bezahlt und im Anschluss auch noch gelagert werden. Bei Erstlingswerken eine riskante Entscheidung, manchmal steht der Keller über Jahre voll mit Bücherkisten.

In diesen Fällen bietet sich das relativ neue Verfahren BoD an. Auch bekannt als  Print-on-Demand oder Publishing-on-Demand. Wie der Name sagt, wird hier strikt bei direkter Nachfrage gedruckt. Lagerkosten entstehen so keine, dafür ist der Herstellungspreis deutlich höher als üblich. In manchen Fällen kann es auch zu Wartezeiten bei der Bestellung wegen Produktionsverzögerungen kommen.

Kleinauflage bedeutet nicht immer On-Demand. Bei Autoren mit unbekannten Verkaufszahlen ist eine Kombination der Methoden ideal für den Verlag. Mit On-Demand-Schüben von 100 bis 200 Exemplaren (statt tatsächlichen Einzel-Bestellungen) gewährleistet es moderate Herstellungs- und Verkaufspreise und verringert dabei die Lagerhaltungskosten. Bei Erfolg eines Titels kann man nach Erstellen der Druckvorlage binnen weniger Tage tausende Exemplare nachdrucken und die Nachfrage decken. 

Buchmessen, Vermittler, Agenten und deren Bedeutung

Messen sind branchenübergreifend eine teure Angelegenheit. Bei Buchmessen ist das nicht anders. Wie werden diese finanziert? Was ist der eigentliche Zweck einer Buchmesse, wer profitiert am meisten?

Ein überschaubarer Auftritt auf einer einzigen Messe verursacht Kosten von vielen tausend Euro.

Da der Verlag die Messekosten nicht durch den bescheidenen Erlös des Buches abdecken kann, muss er erreichen, dass er durch die Messe zusätzlichen Erlös generiert. Bei einer Gewinnspanne von 1€ pro Buch müsste – rein theoretisch – eine höchstens einstündige Lesung des Autors den Verkauf mehrerer tausend zusätzlicher Exemplare bewirken. 

Schon aus Platzgründen nehmen maximal 20 Personen an einer Lesung teil, bei Erstlingswerken viele Freunde und Familienmitglieder des Autors. Zusätzliche Tantiemen kann sich der Autor dadurch nicht erhoffen.

Buchmessen dienen in erster Linie dazu, den Buchmarkt auf dem Laufenden zu halten. Sie bieten Raum für Verhandlungen von Verlagen untereinander sowie mit Druckereien, bis hin zur Präsentation neuer Druckverfahren. 

Natürlich sind auch Presse und Meinungsmacher anwesend, interessieren sich aber hauptsächlich für prominentere Autoren und VIP-Besucher.

Erwähnenswert sind die Literaturagenten bzw. Talent-Scouts. Sie bieten sich als “Manager” an und versprechen vieles. Die allermeisten verschweigen Ihnen, dass diese Versprechen gar nicht realisierbar sind. Zum Beispiel die Aussicht, große Verlage zum Akzeptieren eines völlig unbekannten neuen Talents, samt großzügiger Tantiemen  zu überreden. Diese Akteure bieten Ihnen sog. Interessenvertretungs-Verträge an, mit einmaliger Aufwandspauschale und Honorar-Abtretung im Erfolgsfall. Mit Vorsicht zu genießen.

Begriffe und Institutionen rund ums Buch

Die ISBN ist nicht verpflichtend und deshalb auch nicht auf allen Büchern vermerkt. 

Wenn Ihr Buch in den Handel gehen soll, ist sie dennoch sehr empfehlenswert. Durch die ISBN kann ein Buch eindeutig identifiziert werden. Die ISBN enthält Informationen zu Autor, Buchtitel, Herausgeber, Art und Eigenschaften eines Buches. 

Sie ist nur dann nicht zwingend erforderlich, wenn Sie Ihr Buch ausschließlich über die eigene Website oder im eigenen Laden verkaufen möchten. 

Hier https://german-isbn.de/ können Sie eine ISBN erwerben, Kosten ab 70€ (verringert sich bei mehreren Nummern).

Das VLB wird seit 45 Jahren vom deutschen Buchhandel gepflegt und enthält mehr als 2,5 Millionen Buchtitel. Es umfasst Titel aus über 20.000 Verlagen.

Ein Buch ohne VLB-Eintrag ist für Buchhändler nicht existent, da sie nur dort verlässliche Bestelldaten finden. 

Sie können Ihr Buch über die -vlb-Seite https://vlb.de/leistungen/titelmeldung anmelden. Der Preis liegt um die 50€.

Sowohl die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) als auch die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) haben einen sog. Sammelauftrag.

Bei der DNB heißt es: “Unser Sammelauftrag umfasst alle Publikationen in Schrift, Bild und Ton, die seit 1913 in Deutschland, in deutscher Sprache, als Übersetzung aus der deutschen Sprache oder über Deutschland veröffentlicht wurden.”

Auch bei der BSB steht das Ziel, “mit diesen Veröffentlichungen einen wesentlichen Teil des in Bayern entstehenden Kulturgutes möglichst umfassend zu sammeln und der Nachwelt zu erhalten” im Vordergrund.

Deshalb versenden Verlage gleich nach dem Druck jeweils ein Exemplar an diese beiden Institutionen. Auch im Selbstverlag sind Sie dazu verpflichtet.

Die VG Wort https://www.vgwort.de/ hat einen ähnlichen Auftrag wie die GEMA bei der Musik. Sie ist ein 1958 gegründeter, nicht gewinnorientierter Verein, der die Interessen der ihm vertraglich anvertrauten Nutzungsrechte und Vergütungsansprüche von Autoren bzw. seiner Mitglieder treuhänderisch wahrnimmt.

Die VG Wort regelt die Ausschüttung der Bibliothekstantiemen. Zugrunde gelegt wird der Gedanke der Vergütung eines möglichen Kopieraufkommens und der Nutzung durch den Endverbraucher, belegt durch Verleihziffern der öffentlichen Bibliotheken. 

Die Ausschüttungsquote ist bei weniger erfolgreichen Titeln recht niedrig. Allerdings ist sie über die Dauer von bis zu 70 Jahren nach dem Tod des Autors angelegt. 

Die Quote liegt übrigens bei Sachbüchern sehr viel höher, da ein höheres Kopieraufkommen angenommen wird.

Noch mehr Fragen? Einfach eine Email schreiben an verleger@verlagshaus-schlosser.de.